Und es sieht so leicht aus…

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Wie geht Ihr richtig beim Tango? Hacke oder Spitze zuerst?

Tango Argentino: Was meint Ihr, wie geht Ihr richtig beim Tango? Hacke oder Spitze zuerst?

Tanzt Ihr schon eine Weile Tango und habt Unterricht bei verschiedenen Tangolehrern genommen?

Dann ist es wahrscheinlich, dass unterschiedliche Tangolehrer Euch völlig verschiedene Arten des Gehens im Tango unterrichtet haben.

Einige Tangolehrer erklären euch, dass Ihr mit dem Fußballen, also vorne, aufsetzen müsst.

Andere Tangolehrer sagen, dass Ihr über die Ferse abrollen müsst, wie beim ganz normalen Gehen auf der Straße.

Ganz schön verwirrend, oder?

Wenn´s der eine Lehrer so erklärt und der andere ganz anders.

Vor allem wenn ein Lehrer davon überzeugt ist, im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein…

Was kann man da bloß machen?

Keine Sorge! In Wirklichkeit ist das alles überhaupt kein Problem.

Wie Ihr im Tango richtig geht, kommt nämlich nur darauf an, wie Ihr gerade Tango tanzt…

Wenn Ihr schnell Tango tanzt, mit langen Schritten, rollt über die Ferse ab, ganz genau so, wie Ihr normal auf der Straße geht (na ja, vielleicht ein klein wenig eleganter ) .

Ihr könnt ja mal versuchen, mit langen schnellen Schritten auf Zehenspitzen Tango zu tanzen.

Ihr werdet allerdings schnell feststellen, dass das ziemlich schwierig ist, wenn Ihr nicht gerade trainierte Balletttänzer seid.

Außerdem sieht das ganze wahrscheinlich ziemlich lustig aus (nicht dass lustig was Schlechtes wäre, immerhin soll Tango ja Spaß machen 🙂

Wenn Ihr mit kurzen Schritten schnell tanzt, werdet Ihr meistens auf den Fußballen tanzen, weil Ihr da normalerweise beweglicher seid.

Außerdem neigt Ihr dadurch Euren Körper leicht nach vorn und habt dadurch besseren Kontakt mit Eurem Tanzpartner

Das richtige Gehen ist eine der wichtigsten Grundlagen für den Tango

Tango Argentino: Das richtige Gehen ist eine der wichtigsten Grundlagen für den Tango

Wenn Ihr langsam Tango tanzt, mit langen Schritten (oder sogar sehr langsam, fast in Zeitlupe), sieht es sehr elegant aus, wenn Ihr zuerst auf dem Fußballen landet. Euer Bein solltet Ihr dabei bis in die Zehenspitzen so weit wie möglich strecken.

Es ist ziemlich schwierig einen langen Schritt langsam zu machen. Ihr müsst dafür wirklich gut in Eurer Achse stehen.

Aber wenn es gelingt, sieht es wirklich klasse aus und fühlt sich auch so an.

Abgesehen davon ist es eine hervorragende Übung für Euren Gleichgewichtssinn und Eure Bein- und Bauchmuskeln. 

Natürlich könnt Ihr auch mit kurzen Schritten langsam Tango tanzen. Aber ehrlich gesagt, mache ich das so gut wie nie.

Gut, das ist das ganze Geheimnis des Gehens im Tango (zumindest theoretisch) .

Jetzt geht los und tanzt…

Männer, widersteht der Versuchung

Männer, widersteht der Versuchung...

Widersteht der Versuchung auf der vollen Tanzfläche zu zeigen, wie viele tolle Figuren ihr drauf habt (oder auch nicht).

Glaubt mir, es gibt keine Dame, die sich darüber beschwert, dass ihr zu wenig Figuren macht, wenn ihr nur…,

…ja, wenn ihr nur schön mit der Musik Tango tanzt. Den meisten Frauen gefällt das nämlich viel besser, als stressige Turnübungen auf der Tanzfläche, die mit der Musik nur am Rande zu tun haben.

Außerdem kenne ich keine einzige Dame, die es schätzt, wenn ihr Tanzpartner dauernd Kollisionen mit den anderen Paaren auf der Tanzfläche verursacht.

Also, auch wenn die Versuchung übermächtig zu werden scheint..:-)

Männer, bleibt stark!

Fuerte como el Tango Argentino!

Die gute alte Mirada bleibt stets jung und kommt nie aus der Mode.

Eigentlich dachte ich, dass die Frage wer beim Tango wen und wie auffordert schon lange geklärt sein müsste. Allem Anschein nach ist die Frage mit dem Auffordern jedoch ein echter Dauerbrenner, der immer wieder für heftigen Gesprächsstoff sorgt.

Aber zum Glück haben wir ja die gute alte Mirada und den guten alten Cabeceo, zwei unsterbliche Tänzer, die noch die Goldene Zeit des Tango erlebt haben. Sie verstehen sich prächtig und tanzen immer noch regelmäßig miteinander.

Die beiden machen das sehr elegant, flirten lustig, fordern den jeweils anderen (meistens erfolgreich) auf, und schaffen es auch noch, das alles zu tun, ohne einander lästig zu werden oder gar das Gesicht zu verlieren.

Ich finde, von den beiden Alten können wir echt noch was lernen. Was meint Ihr?

Ach noch was, die gute alte Mirada weiß, dass der gute alte Cabeceo ein wenig eitel ist. Darum lässt sie ihn in dem Glauben, dass er die Initiative ergreift.

Das stimmt natürlich nicht.

Wenn sie nämlich nicht nach ihm schauen würde, würde er es nie wagen sie aufzufordern.

Er weiß das natürlich auch, gibt es aber nicht gar so gern zu.

Und außerdem, wenn ER  nicht zurückblicken, wenn ER nicht nicken würde…

Aber so…

Aufforderung zum Tanz, mit einem Blick, einem Lächeln, einem fast unmerklichem Nicken, einem Augenzwinkern. Erst ein wenig flirten und dann Tango tanzen. Unsere Freunde Walter und MaryLynne Kane, wundervolle Tänzer und Tangolehrer sind für mich die Verkörperung dieses Spiels.


Ich bin sicher, dass jeder von euch diese Situation kennt.

Auf der Tanzfläche herrscht das Chaos. Die Tänzer rennen wild durcheinander (als Tanzen kann man das nämlich nicht mehr bezeichnen), durch die Mitte, meilenweit entgegen die Tanzrichtung, wild links und rechts überholend.

Manche outen sich als radikale Verfechter der Verkehrberuhigung auf der Tanzfläche und blockieren stundenlang den Tanzfluss aller anderen mit einer Unzahl von Figurenkombinationen die sie strikt am Platz tanzen.

Solche Tänzer haben bei mir insgeheim den Namen „Poller“

(Liebe Poller, eine Anmerkung an dieser Stelle. Wenn Ihr gerne am Platz tanzt, gibt es viele schöne Tänze, bei denen ihr das tun könnt. Salsa, Merengue, Rock´ n Roll, Boogie, Chacha, Rumba und was weiß ich noch alles, werden am Platz getanzt.

Tango NICHT!

Tango bedeutet Bewegung im Raum. Schnell oder langsam, je nachdem, wie viele Tänzer auf der Tanzfläche sind, aber Bewegung….)

 

Ja, und dann gibt es da noch die Bewohner von Gancho City. die wilden Voleo Feger, die Von-Hinten-Auffahrer, die einem immer auf den Hacken stehen, egal was man versucht um sie abzuschütteln.

Alle sind genervt (Na ja, fast alle, manche spüren es halt nicht, dass da etwas nicht so toll ist), die Grundstimmung ist aggressiv.

Irgendwie kämpft jeder gegen jeden. Niemandem macht das Tanzen mehr so richtig Spaß.

 

Das kann ziemlich frustrierend werden.

 

Was kann man dagegen tun?

 

Die Antwort ist einfach.

Wir tanzen in der Ronda, der harmonischen Runde aller Tänzer, wie es in guten, traditionellen Milongas üblich ist (Und glaubt mir, auch wenn ich beileibe kein Traditionsfanatiker bin, manche Traditionen haben wirklich etwas für sich.)

 

Was passiert also in der Ronda?

  • Alle Tänzer tanzen mit Respekt für alle anderen, und passen ihren Tanzstil den Gegebenheiten auf der Tanzfläche an.
  • Niemand blockiert unnötig lange die Tanzfläche durch Tanzen am Platz. Deswegen ist es auch für niemanden nötig zu überholen.
  • Weil es für niemanden nötig ist zu überholen, überholt auch keiner, weder links noch rechts.
  • Jeder rückt gleich nach, wenn in der Tanzrichtung Platz frei wird (Aber ohne das vor einem tanzende Paar zu bedrängen).  Wir sprechen ja von Tanzfluss. Ihr könnt euch das also durchaus vorstellen wie Wasser, dass ohne allzu große Eile aber doch zügig weiterfließt (Keine Tsunami!)
  • Wenn auf der Tanzfläche wenig Platz ist, macht niemand ausladende Figuren oder abrupte, unvorhersehbare  Ausfälle (egal in welche Richtung)
  • Egal wohin ihr geht, schaut VORHER ob da wirklich Platz ist. Noch einmal, ihr tanzt mit der Musik, mit eurem Tanzpartner und mit ALLEN ANDEREN PAAREN auf der Tanzfläche.
  • Niemand „tanzt“ durch die Mitte auf die andere Seite der Tanzfläche. Alle folgen der Tanzrichtung, gegen den Uhrzeigersinn, an der Außenseite der Tanzfläche entlang. Dann haben nämlich alle bequem Platz.
  • Ist die Tanzfläche so voll, dass der Platz an der Außenseite nicht mehr ausreicht, tanzt man in konzentrischen Kreisen. Das heißt, es gibt eine Außenspur (Wenn ihr irgendwie könnt, bleibt da. Da tanzt sich´s nämlich normalerweise am Besten), und eine oder mehrere Innenspuren. Wer einmal auf einer Spur gelandet ist, bleibt da auch bis zum Ende des Tanzes. Permanenter Spurwechsel bringt Unruhe in den Tanzfluss und ist absolut nicht erwünscht.
  • Niemand tanzt mehrere Schritte gegen die Tanzrichtung (Ein zwei Schritte ab und zu sind in Ordnung wenn vor euch kein Platz ist und ihr vor allem VORHER sichergestellt habt, dass der Platz hinter euch frei ist. Allerdings wisst ihr ja jetzt, dass in der Ronda alle gleich nachrücken. Also Vorsicht!)
  • Wenn wenig Platz ist, tanzt einfach. Macht keine komplizierten Figuren die ihr noch nicht beherrscht (raumgreifende Figuren sowieso nicht).

 

Wenn alle das beherzigen und in der Ronda tanzen, entsteht im Raum eine fantastische Schwingung, die jeder spüren kann, und die alle mit sich trägt. Keine Aggression, kein Genervt sein, Alle tanzen mit allen. Jeder fühlt sich wohl.

Wer einmal diese Schwingung erlebt hat, möchte sie nicht mehr missen. Sie verändert das eigene Tanzen  mehr als viele Stunden Figuren lernen.

 

Das war´s. Jetzt geht los und tanzt Tango – in der Ronda!

 

P.S. Und erzählt es allen weiter…:-)

P.P.S. Und Nein! Diese Ronda hat nichts mit den Beach Boys zu tun.

 

Die Umarmung gehört zu den wichtigsten Dingen im Tango

 

Mein kleiner Tangokurs: Die richtige Umarmung

Tango Argentino tanzen bedeutet auch “in einer Umarmung gemeinsam zum Klang der Musik zu gehen…”

Das heisst, das die richtige Umarmung eines der wichtigsten Dinge ist, wenn wir Tango tanzen.

Die Umarmung hat entscheidenden Einfluß darauf, ob wir uns angenehm und bequem fühlen während wir tanzen, und ob wir den Freiraum haben uns  entspannt zu bewegen.

Gut, dann mal los.

Für die Herren:

Die Umarmung darf nicht so fest sein, dass ihr der Dame die Rippen brecht. Schraubstockarm ist völlig out!

Bietet eurer Tanzpartnerin einen sicheren aber sanften Halt mit eurem rechten Arm. Sie muss in der Lage sein, sich innerhalb eurer Umarmung frei zu bewegen.

Blockiert nie die Möglichkeit der Dame sich zu bewegen, außer ihr wollt sie wirklich anhalten.

Vor allem, wenn sie Ochos oder eine Molineta macht, könnt ihr der Dame heftige Rückenschmerzen verursachen und ihr sogar langfristige Schäden zufügen, wenn ihr sie wie in einem Schraubstock haltet, weil ihr sie dadurch zwingt, ihr Rückgrat völlig unnatürlich zu verdrehen.

Natürlich macht ihr es der Dame dadurch auch extrem schwer, oder gar unmöglich, stabil in ihrer eigenen Achse zu stehen.

Euer Arm sollte nicht auf dem Rücken der Dame festgeschweißt sein. Ihr müsst vielmehr jederzeit in der Lage sein, die Position des Armes auf ihrem Rücken zu ändern.

Wenn ihr in der engen Umarmung tanzt gleitet euer Arm um ihren Rücken über den unteren Bereich ihres Schulterblatts, um die rechte Seite ihres Brustkorbs oder um ihre Taille (Je nachdem, wie groß ihr beide seid, und wie es sich für euch beide am bequemsten anfühlt).

Wenn ihr in der offenen Umarmung tanzt, gleitet euer Arm zurück zu ihrem linken Schulterblatt (Das mache ich meistens, weil ich dort sicheren Halt finde, auch wenn die Dame ein Kleid aus sehr glattem Stoff trägt.), oder zur linken  Seite ihres Brustkorbs (am Rücken!)

Achtet darauf, dass eure Hand flach auf dem Rücken der Dame liegt. Krallt niemals eure Finger wie Klauen in ihren Rücken. Ihr könnt darauf wetten, dass sie DAS nicht mag.

Für die Damen:

Versucht nicht Stabilität zu gewinnen, indem ihr euch wie ein Kartoffelsack an euren Tanzpartner hängt. Versucht immer stabil in eurer Achse zu bleiben.

Euer linker Arm soll auf keinen Fall wie eine Schraubzwinge am rechten Arm eures Partners festgeklemmt sein. Vielmehr solltet ihr damit sanft an seinem Arm entlang hinauf- und herunter gleiten können, um euch der jeweiligen Umarmung (offen oder eng) anzupassen.

Wenn ihr in der geschlossenen Umarmung tanzt gleitet euer Arm nach oben, um den Hals des Mannes, wo er ohne Gewicht liegen bleibt (Bitte würgt den Herrn nicht, und krallt euch nicht an Schulter oder Hals des Herrn fest.)

Falls euer Partner viel größer ist als ihr selbst, schlingt euren Arm nicht um den Hals des Partners (Das sieht schlimmstenfalls wirklich aus wie Kartoffelsack, bringt euch aus eurer Achse, und verdreht ziemlich unangenehm euren Körper),

sondern legt ihn außen an seine Schulter oder an seinen Oberarm, in einer Stellung, die für euch komfortabel ist. Auch hier gilt. Auf dem Arm ist kein Gewicht, weil ihr sonst die Bewegungen eures Partners blockiert, und das Gewicht auf seinem Arm für ihn meistens unangenehm ist.

Wenn ihr in der offenen Umarmung tanzt, gleitet euer Arm zur Außenseite seines Unterarms. Stützt euch nicht darauf ab, sondern haltet nur den Kontakt.

Entspannt euren Arm, und seid bereit wieder in die geschlossene Umarmung zurückzukehren.

Für beide Partner:

Blockiert niemals ohne Grund den Bewegungsspielraum eures Partners.

Denkt daran. Ihr tanzt als ein Paar zusammen. Sobald ihr euren Partner beim Tanzen blockiert, blockiert ihr auch euch selber. Und das wollt ihr doch nicht, oder?

Der Trick mit dem linken Arm

Viele argentinische Tangotänzer, vor allem die, die sich eher als traditionell verstehen, legen großen Wert darauf, dass der linke Arm des Herrn sehr stark, um nicht zu sagen starr gehalten wird, um „der  Dame Halt zu geben“. Das mag gut aussehen und ich will nicht behaupten, dass es falsch ist, vorausgesetzt, dass der Herr sich an die Schulterhöhe der Dame anpasst und nicht ihren Arm unnötig und unbequem  hochreißt.

Allerdings braucht eine Dame, die gelernt hat, in ihrer eigenen Achse zu stehen, diesen vermeintlichen Halt gar nicht.

Jede Tangotänzerin und jeder Tangotänzer, sollte sich darum bemühen immer in der eigenen Achse zu stehen (Außer bei Figuren, bei denen die Achse bewusst aufgegeben wird).

Die starre Handhaltung ist also letztlich nicht wirklich nötig, und sie hat einen entscheidenden Nachteil. Sie blockiert nämlich die Bewegungen der Tänzer.

Das beginnt bereits beim einfachen voreinander Gehen im Parallelsystem.

Warum das so ist?

Wenn  wir normal entspannt gehen, schwingt immer der rechte Arm zusammen mit dem linken Bein nach vorne und der linke Arm mit dem rechen Bein.

Beim Tangotanzen ist das nicht anders. Allerdings gehen wir jetzt zusammen mit unserem Partner. Und jetzt kommt das Problem. Wenn die Handhaltung sehr starr ist, kommt es häufig vor, dass dieses natürliche Miteinanderschwingen blockiert wird.

Das Miteinander tanzen wird dadurch ungemütlicher, und viele Bewegungsabläufe werden unnötig erschwert oder sogar unmöglich.

 

So, und jetzt kommt der Trick:

Meine Herren,

  • Entspannt euren linken Arm. Entspannen heißt aber nicht, dass Ihr plötzlich schwabbelige Gummiarme kriegt. Ein wenig Grundspannung muss schon noch zu spüren sein.
  • Haltet euren Arm so, dass sich eure Hand MAXIMAL auf Schulterhöhe der Dame befindet (eher etwas niedriger)
  • Wenn ihr mit dem linken Bein einen Schritt nach vorn macht, schwingt euren linken Arm leicht nach hinten. Die Betonung liegt dabei auf leicht. Wenn ihr die Dame aus ihrer Achse reißt, habt ihr etwas falsch gemacht. Wenn ihr es Durch dieses leichte Rückwärtsschwingen wird Euer Körper ein wenig um eure Vertikalachse gedreht, und ihr kommt genau in den gewünschten, natürlichen Bewegungsablauf.
  • Wenn ihr mit dem rechten Bein einen Schritt nach vorne macht, schwingt euren linken Arm leicht nach vorn. Diese Bewegung sollte aber noch dezenter sein als das Rückwärtsschwingen.
  • Das gute an diesem Bewegungsablauf ist, dass ihr euch immer nur auf den linken Arm konzentrieren müsst. Der restliche Körper wird dadurch fast automatisch richtig gedreht.
  • Das gilt natürlich auch wenn ihr rückwärts geht (bitte nur wenn Platz ist und nach Möglichkeit nicht gegen die Tanzrichtung)
  • Linkes Bein zurück >> linker Arm vor.                      Rechtes Bein zurück >> linker Arm zurück

 

Das wär´s . Probiert es aus, fragt eure Partnerin, was sich für sie am angenehmsten anfühlt, und wie sie eure Signale, eure Einladungen am Besten versteht.

 

Man sieht ihn auf jeder Milonga, jedem Tangoball, jeder Practica. Mal verbiegt er seiner Tanzpartnerin völlig das Handgelenk, mal zieht er „nur“ ihren Arm samt daran hängender Dame bis unter die Saaldecke. Die Dame erträgt es meistens mit still leidendem Lächeln. Man, nein Frau, ist ja froh, dass sie überhaupt einen Tänzer gefunden hat.

„Natürlich“ bemerkt er nicht, das seine Tanzpartnerin in einer, freundlich ausgedrückt,  höchst ungemütlichen Haltung an ihm hängt. Der Arm völlig unnatürlich hochgereckt, die Achse mehr oder weniger stark verbogen, und ohne wirkliche Bewegungsfreiheit, es sei denn, sie hätte eine Wirbelsäule aus Gummi…

Was der „Handhochhalter“ macht, wenn er nicht gerade Tango tanzt? Darüber kann man nur spekulieren.

Ich habe da manchmal die Fantasie, dass er Reiseleiter ist, tagein, tagaus mit dem Regenschirm in der hochgestreckten Hand vor einer japanischen (oder woher auch immer) Reisegruppe hereilend „Follow me pleeease!“…

DIE Bewegung ist natürlich schwer wegzukriegen (Ein Tipp: Gewöhnt euch daran, den Schirm in die rechte Hand zu nehmen. Die MUSS ja unten bleiben.)

Bei manchen, die das „handhochhalten“ genüsslich, mit leicht sadistischer Freude zu zelebrieren scheinen, denke ich auch immer wieder an einen Robbendompteur. Roher Fisch in die Hand, Hand hochgestreckt „und jetzt spring und hol Dir den Fisch!“

Hallo „Handhochhalter“! Seht ihr nicht, dass eure seltsame Angewohnheit für eure Tanzpartnerin unbequem ist und die Freude am Tanzen stark beeinträchtigt?

Und ob es elegant aussieht, darüber kann man zumindest geteilter Meinung sein.

Also, passt Euch an Eure Partnerin an. Eure Hand gehört maximal auf Schulterhöhe der Dame (darunter schadet auch nicht). Die Dame soll sich wohlfühlen und sich entspannt und locker bewegen können.

Und, auch wenn ihr´s jetzt noch nicht glaubt, auch ihr tanzt entspannter wenn eure Hand sich nicht permanent auf Glühbirnenhöhe befindet. Solange ihr nämlich eure Tanzpartnerin blockiert, blockiert ihr auch euch selbst.

Probiert es aus, lasst euren linken Arm unten (Schulterhöhe der Dame) und seht wie es geht.

Für alle uneinsichtigen „Handhochhalter“ schlage ich dagegen folgende „Höchststrafe“ vor.

Zwei Monate tanzen als Dame mit einem anderen notorischen „Handhochhalter“, der mindestens einen Kopf größer ist.

Vier Monate für diejenigen, die ihren Tanzpartnerinnen dabei auch noch das Handgelenk verdrehen.

 

P.S. Auch hier gibt es natürlich Ausnahmen von der Regel.

Wenn Eure Tanzpartnerin deutlich größer ist, dürft ihr natürlich euren Arm nach oben strecken. Aber, wie gesagt, Schulterhöhe!

Und durchaus auch bei der dramatischen Abschlusspose. Da muss sich aber auch keiner von euch mehr bewegen:-).

 

Tango Argentino Master Class mit Fabián Salas und Lola Díaz, 30. 10. - 6. 11. 2010

Lange hat Fabian Salas keine Tourneen mehr außerhalb Argentiniens gemacht, und wurde von seinen zahlreichen Fans und Schülern in Europa schmerzlich vermisst.

Endlich kommt er wieder hierher, zusammen mit seiner neuen Partnerin Lola Diaz.

La Rogaia gehört zu den wenigen Orten in Europa, an denen er einen Workshop gibt.

Eine einzigartige Gelegenheit, Tango Nuevo direkt bei einem seiner Begründer zu lernen.

Über Fabian Salas:

Manchmal, wenn man von einem der großen Meister des Tango spricht, hält man es für völlig selbstverständlich, daß jeder schon alles über ihn weiß.

Vielleicht ist  es aber dennoch sinnvoll ein wenig über Fabian zu erzählen .

Während seiner Blütezeit, im „Goldenen Zeitalter“ des argentinischen Tango wurde der Tango überall in Buenos Aires getanzt und man lernte Tangotanzen von den Eltern oder anderen Tänzern aus dem Viertel. Das war ganz natürlich, jeder schaute sich etwas von den guten Tänzern ab und übte dann. Gelegenheiten dazu gab es reichlich. Über Didaktik musste keiner nachdenken.

Anfang der 80ziger Jahre, nach dem Ende der Diktatur in Argentinien, hat sich das völlig geändert. Der Tango ist weitgehend verschwunden.  Es gibt nur mehr wenige Tänzer, die noch die “Goldene Zeit“ des Tango miterlebt haben, und ihr Wissen weitergeben können. Die meisten davon sind ausgezeichnete Tänzer, haben sich aber nur wenig oder gar keine Gedanken darüber gemacht, wie man Tango unterrichten könnte.

Eine Gruppe junger Tänzer um Fabian Salas und Gustavo Naveira versucht nun herauszufinden, wie die alten Milongueros tanzten, besser zu verstehen, wie die Bewegungsabläufe funktionierten und entwickelt daraus erstmals eine neue, didaktisch fundierte Lehrmethode, die großen Einfluß auf fast alle heutigen Tänzer hat, unabhängig davon, ob sie traditionellen Tango oder Tango Nuevo tanzen.

Aber sie gehen noch weiter. Mit ihrer profunden Kenntnis um die Dynamik des Tanzes und seiner Bewegungsmöglichkeiten brechen sie mit alten, manchmal erstarrten Konventionen und entwickeln eine neue Weise Tango zu tanzen, – offener, dynamischer und zu modernerer Tangomusik, beispielsweise von Astor Piazzola, die bis dahin als nicht tanzbar empfunden wurde.

Weltbekannt wird Fabián Salas  als einer der Hauptdarsteller des Tango Kultfilms “The Tango Lesson”   von Sally Potter, zusammen mit Gustavo Naveira und Pablo Veron und als Begründer und Organisator der CITA, des wichtigsten Tangofestivals weltweit.

In einer kleinen, intimen Gruppe von nur neun Paaren mit Fabian zu lernen ist mehr als nur einfach Unterricht. Es ist ein Privileg, dass man nicht jeden Tag geboten bekommt.

Wollt Ihr in Eurem Tanz einen deutlich spürbaren Qualitätssprung machen?

Wollt Ihr in  Eurem Unterricht wirklich die Nase vorn haben und Euren Schülern den bestmöglichen Unterricht bieten?

Wollt Ihr in einer kleinen Gruppe Unterricht, fast wie in einer Privatstunde, und die bekannten Lehrer nicht nur von weitem in einer überfüllten Sporthalle bei einem großen Festival sehen?

Dann ist dieser Workshop für Euch ein absolutes  Muß.



Wer sich zu einem Tangokurs anmeldet, stellt sich oft die Frage, welches Kursniveau passend ist. Es möchte ja keiner, dass der Tangokurs zu langweilig ist, man nichts Neues lernt, oder – womöglich noch schlimmer – einen so überfordert, dass man völlig frustriert ist.

Allerdings ist es gar nicht so leicht, das eigene Tanzniveau richtig einzuschätzen. Gerade beim Argentinischen Tango kommt es ja nicht darauf an, wie viele verschiedene Schrittfolgen man auswendig beherrscht, sondern vielmehr darauf, wie die Qualität der einzelnen Bewegungen ist. Eine Zuordnung anhand von gelernten Schrittfolgen (die man mehr oder minder gut, irgendwie tanzen kann), wie im Standardtanz, ist deswegen schwierig und unserer Meinung nach im Tango auch nicht wünschenswert.

Wir wollen Euch deshalb eine kleine Hilfestellung geben, damit Ihr Euer Tanzniveau besser einschätzen könnt, und Euch bei uns zu den Tangokursen anmelden könnt, von denen Ihr am meisten profitiert.

Anfänger

Das ist einfach. Ihr habt noch nie Tango Argentino getanzt? Alles klar, oder? –

Ach ja, das gilt natürlich auch für Standard Tangotänzer.

Standard Tango und Tango Argentino sind völlig unterschiedliche Tänze, und darum sollte jeder, der ausschließlich Erfahrung im Standard Tango hat, sich beim argentinischen Tango erst mal als kompletten Anfänger betrachten.

Fortgeschrittene Anfänger

Hier solltet Ihr bereits Grundkenntnisse im richtigen Gehen im Takt der Musik haben. Auch richtige Haltung, Gefühl für die eigene Achse  und der Kontakt zum Partner in offener und enger Umarmung sollten Euch nicht völlig unbekannt sein. Ihr solltet bereits ca. 6 Monate Tanzerfahrung haben.

Mittelstufe

Die Mittelstufe ist richtig für all diejenigen unter Euch, welche die Grundlagen für fortgeschrittene Anfänger mitbringen und zusätzlich Basiskenntnisse der folgenden Elemente haben: Kreuz der Dame, Ochos, Molineta, Gehen im parallelen/ gekreuzten System (das heißt nicht, dass Ihr das alles schon perfekt beherrschen müsst…).

Dass der Tango mit Musik zu tun hat und man deshalb zumindest versuchen sollte, mit der Musik zu tanzen, sollte für Euch genau so wenig eine Neuigkeit sein, wie die Tatsache, dass Ihr Euch in Harmonie mit den anderen Tänzern auf der Tanzfläche bewegen könnt. Normalerweise braucht man dazu mindestens 1 Jahr Tanzerfahrung.

Fortgeschrittene

Natürlich solltet Ihr all das oben Beschriebene gut können und darüber hinaus in der  Lage sein Milonga und Vals zu tanzen.

Ocho Cortado, Barrida, Saccada, Gancho und Corte sollten für Euch keine Fremdwörter mehr sein.

Auch elegantes Gehen zur Musik, das Spielen mit dem Rhythmus und der Pause sowie weitgehend unfallfreies Navigieren auf der Tanzfläche solltet Ihr in Eurem Repertoire haben.

Dazu bringt Ihr im Normalfall mindestens 3 Jahre Tanzerfahrung mit. – Wenn Ihr eine professionelle Tanzausbildung habt, über eine gute Körperwahrnehmung verfügt und Tanzen zu Eurer täglichen Beschäftigung gehört, kann das allerdings auch kürzer sein.

Master Class

Voraussetzung ist natürlich alles Vorhergehende, dazu das Tanzen verschiedener Boleos, Lapiz/ Enrosques, Volcadas, Colgadas, anspruchsvollere Ganchos und Sacadas sowie das Wissen um verschiedene rhythmische Strukturen.

Wir setzen dafür mindestens 5 Jahre intensive Tanzerfahrung voraus.

Ein wichtiger Punkt:  Was heißt eigentlich Tanzerfahrung?

Um es ganz deutlich zu sagen, Tanzerfahrung bekommt Ihr nicht, wenn Ihr  maximal einmal pro Vierteljahr einen Tangoball besucht (auch nicht, wenn Ihr das 10 Jahre oder länger macht), sondern nur, wenn Ihr  regelmäßig, zu einer Practica oder in eine Milonga geht und intensiv tanzt (am besten mindestens einmal in der Woche).

Viele Bewegungsabläufe im Tango lernt man nur durch ständiges wiederholtes Üben, vor allem durch das Üben im „wirklichen Leben“ auf der Tanzfläche.

Irgendeinen Bewegungsablauf oder eine „Figur“ im Kurs zu lernen ist nur der erste Schritt, der schnell vergessen ist, wenn Ihr nicht regelmäßig in der Milonga übt.

Soviel zum Thema „den richtigen Kurs auswählen“.

Und jetzt geht Tango tanzen!